Ich hätte eine Frage zu legalen Steuertricks, um Kapitalertragssteuer zu sparen.
Mal angenommen, jemand hat einen alten Bausparvertrag, der einige Jahre lief und jetzt zugeteilt wurde, und diese Person möchte sich die angesparte Summe auszahlen lassen (kein Darlehen). Dann werden für all die Jahre rückwirkend Zinsen berechnet, die dann alle auf einen Schlag versteuert werden müssen. Da das ein nicht ganz geringer Betrag ist, wäre die Frage, ob es einen legalen Steuertrick gibt, hier Kapitalertragssteuer zu sparen. Eine Auszahlung in zwei Raten durch das Bausparinstitut ist nicht möglich.
Sparerfreibetrag für zwei Eheleute kann berücksichtigt werden, es bliebe aber immer noch eine recht hohe Summe übrig.
Würde die Auszahlung in einem Jahr vornehmen lassen, in dem ich sonst keine Einkünfte hätte - dann hat man seinen persönlichen Freibetrag.
Man kann sonst die Günstigerprüfung beim Jahresausgleich machen lassen - und schauen, ob der persönliche Steuersatz geringer ist als die Kapitalertragssteuer - wenn nicht, sollte man sich über die zusätzlichen Einnahmen freuen - oder vorher auswandern, damit man nicht mehr in Deutschland steuerpflichtig ist.
@utopus So ein Jahr wird hoffentlich nicht allzubald kommen (toi toi toi). Die Zinsen allein sprengen allerings schon den Freibetrag. Außer diesen Zinseinnahmen haben wir auch nicht viele andere (Haus gebaut, bis auf Reparaturnotgroschen geht alles in den Kredit).
Die Idee mit der Günstigerprüfung war mir neu, da werde ich mich mal einlesen. Danke für den Tipp.
@Cici: Das ist ein Bausparvertrag, bei dem rückwirkend der Zinsatz erhöht wird, wenn man über einen bestimmten Zeitraum einzahlt (BHW Dispo Plus).
Das funktioniert so: Das Guthaben wird jedes Jahr zu 2% verzinst. Auf diese 2% fallen Abgeltungssteuer an (haben wir uns mit der Steuererklärung aber wiedergeholt).
Nach 3 Jahren erhöhen sich die Zinsen rückwirkend ab Vertragsbeginn auf 3%, dann nochmal auf 4% und auf 5%. Diese Extrazinsen werden am Ende bei Auszahlung des Bausparvertrags mit ausbezahlt. Also hat man über viele Jahre für die 2% Steuern bezahlt, aber für die Extrazinsen eben nicht. Das kommt jetzt alles auf einen Schlag, was aus steuerlicher Sicht ziemlich ätzend ist.
Gibt es ggf. die Möglichkeit diese Zinsen irgendwie abzuschreiben? Zwar werden sie jetzt auf einen Schlag fällig, sind aber eben rückwirkend über mehrere Jahre zusammengekommen.
Interessant, solch ein Modell kannte ich bisher noch gar nicht. Sparkassen haben ja z.B. solche Bonus-Zertifikate. Da wird der Bonus zwar auch mit der Länge der Anlagedauer erhöht, die Zusatzzahlungen fallen aber dennoch jährlich an und werden auch direkt versteuert.