Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Meine Frau möchte mit ihrer Schwester zusammen eine kleine Firma gründen. Sie
entwerfern Designs für Möbel und Haushaltsgegenstände.
Das Konzept ist gut, die Bank einverstanden und es kann eigentlich losgehen. Wir
überlegen aber gerade noch, ob man für die Buchhaltung jemanden einstellen muss, der
sich auf diesem Gebiet gut auskennt oder man das so „nebenbei“ auch selber machen
kann. Wer hat Erfahrungen mit kleinen Unternehmen und der dazu gehörenden
Buchhaltung und kann uns Tipps geben?
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Heutzutage gibt es allemöglichen Kurse an der VHS und so.. ich nehme an, wenn es ein jünges Unternehmen ist, dann ist das Budget nicht so groß und es wäre wahrscheinlich sinnvoll, die Buchhaltung selber zu machen. Wie gesagt, entweder macht man da einen Buchhaltungskurs oder man lässt sich das beibringen von einem, der sich damit auskennt. So kann man am Anfang einiges sparen.. aber sobald es mit dem Geschäft aufwärts läuft, würde ich mir so eine Arbeitskraft auf jeden Fall einstellen. So spart man dann ne Menge Zeit und unnötiges Kramm...
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Meine Meinung ist, dass man es am Anfang erst einmal selber machen sollte, sofern es sich nur um ein einfaches Gewerbe mit Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) handelt. Denn diese kannst du in der Regel (es gibt Ausnahmen!) ganz einfach in Excel zusammenschustern und man bekommt in den ersten Monaten bzw. wenn das erste Geld rein und raus geht ein gutes Gefühl für die Zahlungsströme, die Buchhaltung und den finanziellen Erfolg/Misserfolg des Unternehmens. Bei GmbHs und einigen anderen Rechtsformen würde ich dagegen immer zu einem professionellen Buchhalter oder besser noch Steuerberater greifen.
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Also ich wäre da vorsichtig...Ein Bürokaufmann hat zwar buchhalterische Grundkenntnisse gelernt, das heißt aber noch lange nicht, dass die Buchhaltung auch passt...
Eben nur mal so "nebenbei" würde ich die Buchhaltung eines Unternehmens (wenn auch klein) nicht bezeichnen.
Ich selbst habe Industriekauffrau gelernt und BWL studiert. Da ich schon immer ein Fable für Steuerrecht hatte, habe ich entsprechende Kurse im Studium belegt und kann dadurch auf einen Buchhalter/Steuerberater verzichten. Aber ohne dieses grundlegende (und sehr umfangreiche) Know-How würde ich persönlcih die Finger davon lassen.
Selbst wenn der Steuerberater "nur" die Jahresabschlüsse macht und das ganze ans Finanzamt meldet, muss er eine ordentliche Buchhaltung vorliegen haben. Ist das nicht der Fall, wird er alles nochmal machen (buchen) müssen und das teuer in Rechnung stellen. Dann lieber gleich jemand einstellen, der Ahnung hat und vom Fach ist.
Das kann ich nur jedem raten, der steuerrechtlich nicht so fit ist... Auch buchungstechnisch ist einiges bei Unternehmen zu beachten...Solltet ihr dann mal eine Steuerprüfung haben, kann es haarig werden (und die finden im Schnitt alle 5-10 Jahre statt - weil Zufallsprinzip)...
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Ein Steuerberater schreibt in der Regel keine Rechnungen.
Für die Buchhaltung ist er aber die bessere Alternative als jemanden einzustellen, auch weil die Kosten deutlich niedriger sind.
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Es gibt selbständige Bilanzbuchhalter, die mehr oder weniger gut sind. In der Regel sind die alle nicht Teuer, da sie pro Buchhungssatz abrechnen.
Der Vorteil ist, dass du keinen Angestellten im Unternehmen hast, für den du nicht nur das Gehalt zahlen musst, sondern auch die Abgaben abführen musst, ist, dass du einen Vertrag mit einem Selbständigen, in der Regel jeder Zeit kündigen kannst.
AW: Muss man bei neuer Firma einen Spezialisten für die Buchhaltung haben?
Meiner Meinung nach braucht es bei kleinen Firmen bei überschaubaren Umsätzen nicht unbedingt einen eigenen Buchhalter. Aber man sollte zumindest grundlegend wissen, was man tut. Solche Software kann einem schon viel abnehmen. Und der Steuerberater in der Regel auch.